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„Heiße“ Ausbildung für Feuerwehr Pasching
(Text: OBI Meindl Wolfgang)
Ein Intensivtraining in einer feststoffbefeuerten Übungsanlage konnten die Atemschutzträger der FF Pasching in Bayern absolvieren.
Kurz zur Vorgeschichte:
Im Juni des Vorjahres hatten unser Atemschutzwart und ein weiterer Gruppenkommandant die Möglichkeit, auf Einladung eines Herstellers von Einsatzbekleidung, in Salzburg ein Wärmegewöhnungstraining in einer feststoffbefeuerten Anlage der Fa. Feurex zu absolvieren. Nachdem die beiden Kameraden von diesem Training begeistert waren, wurde die Idee geboren, diese Ausbildung allen Atemschutzträgern der FF Pasching zu ermöglichen. Nach Erstellung eines Kostenplanes sowie Ansuchen und Genehmigung durch den Gemeinderat konnten unsere Atemschutzträger Mitte April die 2-tägige Reise nach Bayern antreten.
Die Fa. Feurex in Oberhausen in der Nähe von Ingolstadt befasst sich mit den Ausbildungsschwerpunkten Heißausbildung, Rauchgasdurchzündung und Industriebrandschutz. Aber auch die Bereiche technische Hilfeleistung und zukunftsweisende Löschverfahren wie z.B. Druckluftschaum (CAFS) stehen zur Verfügung. Als Ausbilder fungieren rein Feuerwehrmänner aus Berufs-, Betriebs- und Freiwilligen Feuerwehren. Die Heißausbildung sowie das Flash Over-Training erfolgen hierbei in einer feststoffbefeuerten Anlage, bestehend aus insgesamt 5 Containern. Rauch- und Hitzeentwicklung entsprechen den Bedingungen eines realen Einsatzes.
Die Containeranlage ist mit sämtlichen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet. Zusätzlich wird jeder Atemschutztrupp von einem Ausbilder begleitet. Ein Ausbilder samt Rettungstrupp steht außerhalb in ständigem Funkkontakt mit den eingesetzten Atemschutzträgern.
Am ersten Tag (Freitag) galt es nach kurzer Theorie ein Strahlrohrtraining mit Hohlstrahlrohren zu absolvieren. Ziel war das richtige Ein- und Vordringen in Brandräumen, Blocken einer Rauchgasdurchzündung sowie das richtige Öffnen von Türen.
Anschließend stand ein Wärmegewöhnungstraining auf dem Programm. Dabei galt es, in 3 Containern stufenweise die eigene Leistungsfähigkeit in Bezug auf Hitzestress und eingeschränkte Sichtbedingungen zu testen. Da die Leistungsfähigkeit bei jedem Einzelnen ungleich hoch ist, war es jedem selbst überlassen wie weit er gehen wollte.
Die Erschöpfung nach diesem Training stand den Teilnehmern ins Gesicht geschrieben. Zur Anmerkung: der Flüssigkeitsverlust durch die Belastung beträgt ca. 2-3 Liter!
Von Seiten der Ausbilder wird sehr darauf geachtet, dass die Teilnehmer vor und nach dem Training ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen.
Der zweite Tag (Samstag) stand ganz im Zeichen der Rauchgasdurchzündungsanlage (RDA). Nach dem theoretischen Unterricht ging es erneut zur Containeranlage.
Den Atemschutzträgern wurde gezeigt, wie es zu einer Rauchgasdurchzündung kommt, wie die Gefahren zu erkennen bzw. zu beurteilen sind und welche Gegenmaßnahmen eingesetzt werden können. Auch auf den einsatztaktisch richtigen Rückzug wurde viel Wert gelegt.
Im Anschluss daran wurde truppweise in Angriffsübungen das Erlernte geübt und jeder Atemschutzträger konnte sich im „Blocken“ (Verhindern) einer Rauchgasdurchzündung versuchen.
Das Verhalten der Rauchschichten, das Durchzünden des Rauches über den Köpfen der Atemschutzträger oder das Beobachten der „Dancing Angels“ (tanzende Flammen in der Rauchschicht) lassen sich mit Worten schwer beschreiben. Selbst das Fauchen des Feuers bei einer Durchzündung wird allen Teilnehmern noch lange in Erinnerung bleiben.
Fazit
Die weite Anreise (Fahrzeit ca. 4 Stunden) hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt. Trotz höchster körperlicher Anstrengung waren die Teilnehmer von dieser speziellen Ausbildung begeistert.
Sehr gut gefiel die Tatsache, dass die Ausbilder sehr darauf bedacht waren den Atemschutzträgern zu vermitteln, nicht Kopf und Kragen zu riskieren sondern die Gefahren eines Atemschutzeinsatzes zu erkennen und beurteilen zu können. Nicht umsonst steht am Eingang der Trainingsanlage folgender Spruch: „Einen Feuerwehrmann gewinnen dauert Jahre, einen Feuerwehrmann verlieren nur Sekunden.“
Dank gilt an dieser Stelle der Gemeinde Pasching, die diese Ausbildung ermöglichte um so die Sicherheit unserer Atemschutzträger im Einsatz zu verbessern.
Bericht Brennpunkt
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